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Der Mann
John Pawson entwirft bereits seit mehr als 25 Jahren Gebäude und Objekte. Dies mit realisierten
Werken über vier Kontinente hinweg, für eine ganze Reihe von Kunden, in einer Vielzahl von
Ausführungen und Konzepten. Schon zu Beginn seiner schöpferischen Tätigkeit wurde seine
Architektur mit jener künstlerischen Bewegung verglichen, die unter der Bezichnung Minimalismus
bekannt geworden ist. Sein Hauptkonzept versteht man am besten als eine Mischung aus Raum,
Licht und Proportion.
John Pawson wuchs mit seinen Eltern und den vier älteren Schwestern in Yorkshire im Norden
Englands auf. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er zunächst im Textilunternehmen seiner
Familie. Dann aber zog es ihn nach Japan, wo er vier Jahre als Englischlehrer tätig war und das
Land bereiste, bis er sich schlieβlich in Tokio niederlieβ, wo er das Studio des japanischen
Designers Shiro Kuramata kennen lernte. Nach seiner Rückkehr nach London schrieb er sich als
Student der Architecture Association ein, gab diese Ausbildung aber nach einer kurzen Studien-
zeit wieder auf, um die Aufträge weiter zu bearbeiten, die er bislang bereits erhalten hatte.
Obwohl sein Werk häufig auch als abstrakt bezeichnet wurde, so ist es doch tief in der genauen
Kenntnis des Alltags der Menschen verwurzelt. Ganz gleich, ob es sich um ein Haus, einen Laden,
eine Galerie, eine Brücke, ein Kloster oder um einen Kochtopf handelt, für Pawson ist die grund-
sätzliche Herausforderung stets die gleiche: er will zeigen wie Menschen, Gegenstände und Raum
in Harmonie zueindander gebracht werden können.
Das Werk
Die Karriere von John Pawson began relativ unspektakulär in den 80er Jahren mit einer Reihe
kleiner Projekte im Wohnungsbau und in Galerieräumen, darunter die Gestaltung eines winzigen
Apartments in London für den Schriftsteller Bruce Chatwin. Der Kontrast seines schlichten
Designs zur Mainstream-Ästhetik jener Zeit war markant: ein Werk, dessen Wurzeln in sukzes-
siven Ausdrucksformen einer Schlichtheit lag, die seit jeher ein beständiges Element sowohl der
östlichen wie auch der westlichen Kultur ist.
Mitte der 90er Jahre gaben zwei kommerzielle Aufträge Pawsons künstlerischem Ausdruck ein
völlig anderes Profil: den ersten Auftrag erhielt er für den Cathay Pacific Flügel im Lap Kok
Flughafen von Hong Kong, den zweiten für Calvin Kleins ersten Flagship Store in Manhattan. 2004
gipfelte der Ansatz des Künstlers, ein Design zu schaffen, das seit jeher als klösterlich gilt, in der
Einweihung eines neuen Klosters in Böhmen für die Zisterzienser-Trappistenmönche. Zwei Jahre
später wurde sein nächstes Werk eröffnet, eine Brücke über den See in London’s Royal Botanic
Gardens, Kew.
Im Kern seiner Arbeiten, ob im ländlichen Schweden, in einem Vorort von Tokio oder in der
Innenstadt von Los Angeles, finden wir immer wieder das Thema Wohnen und die dazugehöringen
Gegenstände in den Häusern. Pawsons eigenes Haus in London – hier entstanden die meisten
Fotografien in diesem Buch – ist ein perfektes Beispiel für das Credo des Künstlers. Es ist möglich,
dass die Räume in einem Haus kompromisslos gestaltet werden können, um die Rituale des alltäg-
lichen Lebens widerzuspiegeln und herauszuarbeiten
Die Pfanne
Der Direktor eines Museums sagte einmal über meine Arbeit: Es fängt immer alles mit der Küche an.
Was er damit ausdrücken wollte, war, dass Häuser im Mittelpunkt seines Schaffens stehen, und
eine Küche der Mittelpunkt eines Hauses ist. Meine Zusammenarbeit mit Demeyere begann mit der
Idee, diese so wichtigen modernen Lebensräume mit einer Grundausstattung zu versehen, die
funktionelle Raffinesse mit höchsten designerischen Werten verknüpfen sollte.
Eine Pfanne scheint als Designobjekt eine einfache Aufgabe zu sein, in Wahrheit ist es jedoch
möglich, auch an einem Gegenstand von so kleiner Größe komplexe Gestaltungsvarianten zu
realisieren. Form und Funktion müssen eine nahtlose Einheit bilden. Es wäre zum Beispiel nicht
möglich, das perfekt einfache Profil herauszuarbeiten, wenn der Rand nicht gut ausgegossen
würde. Ebenso wäre ihr ästhetischer Reiz wertlos, wenn die Pfanne nicht gut in der Hand liegen
würde. Ich wusste, dass ich die feineren technischen Details dem Demeyere Team überlassen
konnte und zog es vor, mich auf die Form der Pfanne sowie um Details wie den Winkel der Ver-
bindung zwischen Pfanne und Griff zu konzentrieren. Mein Ziel war es, etwas zu schaffen, das
anders aussehen sollte, aber dennoch "richtig"; etwas, das über der Flamme oder auf dem Tisch
gleichermaßen gut wirken würde – modern, aber nicht modisch, denn damit hätte es seine Frische
sehr rasch eingebüßt."


Zum Anlass des 100 jährigen Bestehens in 2008 bringt Demeyere eine neue Serie, entworfen vom berühmten
britischen Architekten John Pawson auf den Markt. Die Kombination von funktioneller Komplexität und
formeller Einfachheit verleiht diesem Design seinen zeitgemässen Charakter und Anreiz.









